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Mythos Speikpflanze

In den Nockbergen „speikts"

Er wächst nur in den Nockbergen. Nur zwei Almbauern dürfen ihn sammeln und nur ein Unternehmen darf ihn für die Herstellung von Naturkosmetik-Produkten verwenden: Die Rede ist vom Speik.

Das fünf bis 15 Zentimeter kleine Baldriangewächs hat es im wahrsten Sinne des Wortes in sich. Schon seit mehr als 2.500 Jahren weiß man um die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten des Speiks. Der Alpenbaldrian verfügt über wertvolle und begehrte Inhaltsstoffe, die ihn zur Heil- und Duftpflanze geadelt haben. Sinnigerweise verströmt sich der Duft nicht aus den Blüten, vielmehr aus den Wurzeln. Gekonnte Extraktion führt zum ätherischen Nadelöl, die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe ist vielfältig und bis heute synthetisch nicht herstellbar.

Speik hat eine gesundheitsfördernde Wirkung, er ist:

Zudem verschafft er Linderung bei Zahnschmerzen und Fieber, hilft gegen Ohnmacht und Schwindel und früher meinte man sogar: „Aus Essig getrunken, helfe er wider der hitzigen Geschwulst der Leber und Gelbsucht."

Die Speik-Geschichte

Speik spukt durch Venedig

Große Umschlagplätze waren Venedig und Triest. Tonnen von Speik wurden jährlich nach Venedig verschifft. Säumer transportierten Speik-Lasten mit Pferden Jahrhunderte über die Berge – Orte und Städte gewannen durch den Speikhandel an Bedeutung.

Warum man den Speik Maria-Magdalene-Blume nannte

Man sagt Maria Magdalena habe Jesus mit Öl der Speik-Pflanze gesalbt. Daher ein früher Name: Maria-Magdalenen-Blume.

Aroma-Droge für den Strafvollzug

Kleine Vergehen wurden im Mittelalter mit Speik-Arrest bestraft. Der Verurteilte musste eine Zeitspanne im Speik-Stadel verbringen und war in der Folge von jeder Nase auszumachen. Mit diesem Makel behaftet, konnten Sünder über Wochen ihre Straffälligkeit nicht verbergen.

Die Speik-Ernte

Eine Studie kommt zum Ergebnis: Der Speik vermehrt sich am allerbesten, wenn er zur Hälfte beerntet wird. Mehr schadet, weniger nützt wenig. Nur zwei Bauern aus Saureggen dürfen den Speik ernten. „Gespeikt" wird zwischen dem 15. August und dem 8. September. Die Speikwurzel wird dabei vorsichtig gelockert, nur die Pflanze entnommen und eingebracht. Für ein Kilo getrockneten Speik müssen ungefähr sechs Kilo Speik-Pflanzen ausgegraben werden – eine Arbeit, die zwei Tage dauert.

Darum ist Speik gleich Speick

Alte Arzneiverzeichnisse führen die Bezeichnung Speick mit „ck", so hat auch das Traditionsunternehmen Speick-Werk diese Schreibweise gewählt. Das Speick-Werk Walter Rau in Stuttgart widmet sich seit rund 75 Jahren der Speick-Naturkosmetik.

 

Weitere Informationen:

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Tel.: +43 4240 / 8212
E-Mail: infoabc@abcbadkleinkirchheim.at

Nationalpark Nockberge
9565 Ebene Reichenau 117
Tel.: +43 4275 / 665
E-Mail: nockbergeabc@abcktn.gv.at
www.nationalparknockberge.at

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