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Geschichten aus Bad Kleinkirchheim

Mit Schneeschuhen auf Touren kommen!

Autorin: Verena Patscheider

Die letzten beiden Tage hat es geschneit. Jetzt liegt die romantische Winterlandschaft glitzernd vor uns. Die Luft ist absolut klar und obwohl das Thermometer  -12°C anzeigt, ist die gefühlte Temperatur in der Sonne wesentlich wärmer. Wir sind mit Birgit von der Nationalparkverwaltung Nockberge unterwegs. Sie wird uns, während der 3-stündigen Schneeschuhwanderung, in die winterlichen Geheimnisse der sanften Nocken einweihen und unsere „Überlebenstauglichkeit“ in Eis und Schnee testen.

Nach ein paar Aufwärmübungen geht es gemütlich durch den verschneiten Wald leicht bergauf. Der Weg schlängelt sich dahin und wir stapfen durch herrlich fluffigen Neuschnee Richtung Schafalm (1842 m).  Das Panorama ist sagenhaft und die schneebedeckten Hügel funkeln in der Sonne. Unterwegs können wir unsere Blicke aber nicht nur in die Ferne schweifen lassen. Denn in kleine Gruppen aufgeteilt sollen wir am Wegesrand brennbares Material sammeln. Jede Gruppe hat drei „Streichholzversuche“ um ein kleines Feuer zu entfachen. Also suchen wir unterwegs unter Bäumen dürre Zirben- und Fichtennadeln, Gräser, Blätter und  trockenes Holz. Unser Plan: Wir bauen eine kleine Schneehöhle mit 2-fach Luftzufuhr, in die wir unser Brennmaterial legen. Den Kreativitätspreis gewinnen wir damit glatt, doch aus dem wärmenden Feuer wird nichts. Es raucht und qualmt, mehr will einfach nicht zustande kommen. Zwei Wochen vorher soll es eine Gruppe tatsächlich beim ersten Versuch geschafft haben. Ihr Trick – sie sammelten zusätzlich das Harz von den Bäumen.

Dieses Aha-Erlebnis bleibt allerdings nicht das Einzige an diesem Vormittag. Immer wieder hört man, dass Menschen die sich verirren im Kreis laufen. Was steckt dahinter? Wir testen das Phänomen auf einer weitläufigen Ebene selbst. Jeder versucht mit geschlossenen Augen auf einer geraden Linie durch den Schnee zu stapfen. Doch am Ende steht die ganze Gruppe weit verstreut. Einzig einem Geologieprofessor gelingt es tatsächlich geradeaus zu laufen. (Orientierung ist ja schließlich sein Job : ) Woran das liegt? Das stärkere Bein wird mehr belastet. Dadurch ergibt sich eine unterschiedliche Schrittlänge, die uns in eine Richtung lenkt. Fazit: Bei schlechter Sicht (Nebel / dichtem Schneefall) besser an Ort und Stelle Unterschlupf suchen, als ungewollt im Kreis zu laufen.

Wer Lust bekommen hat Outdoor-Survival-Erfahrungen auf Schneeschuhen zu sammeln, von der Nationalparkverwaltung werden in den Nockbergen jede Woche zwei Touren angeboten:

Mittwoch um 10 Uhr (Dauer 3 Stunden) auf der Turracher Höhe (Kornockbahn) Info & Anmeldung unter 04275-8392 Donnerstag um 10 Uhr (Dauer 4 Stunden) in St. Lorenzen (Ebene Reichenau) Info & Anmeldung unter 04275-665

Bild und Text zur Verfügung gestellt von Verena Patscheider für das Redaktionsteam der Homepage www.badkleinkirchheim.at

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