Geschichten aus Bad Kleinkirchheim
Meine Lieblingspflanze im Nationalpark
Autor: Markus Böheim
Eine traumhafte Urlaubswoche, Ende September 2009, mit ausgedehnten, unvergeßlich schönen Wanderungen im Nationalpark Nockberge liegt hinter uns. Bereits in der Morgendämmerung ging es bergan. Die wunderbare Stille des Waldes - nur unterbrochen vom kräftigen Röhren der Hirsche, dem Rauschen des Bergbaches und dem zarten Zwitschern der Vögel - ein wahrer Genuss für alle Sinne. Die ersten wärmenden Sonnenstrahlen im Rücken gingen wir Richtung Gipfel. Eine kurze Rast, eine kleine Stärkung, der Gipfel ruft: "Aufi, aufi muaß i...". Herrlich strahlend blauer Himmel, eine unbeschreibliche Fernsicht auf die umliegenden Gipfel. Die spätsommerlichen Temperaturen verstärken die zahlreichen Düfte der Wiesen und Wälder. Aber einen Duft ganz besonders, den Duft des Speik!
Süßlich, würzig und herb durchströmt er die Nockberge. Ein Baldriangewächs, klein und unscheinbar, das sich das Nockgebiet als Heimat ausgesucht hat.
Die Geschichte des Speik ist schon über zweitausend Jahre alt. Schon die Pharaonen wurden mit Nardenöl (Speiköl) einbalsamiert. Aber auch in der Bibel kommt das Nardenöl vor. Im Mittelalter gab es auch Speikarrest, das heißt, bei einem kleinen Vergehen wurde man in sogenannte Speikkammern eingesperrt. In diesen Kammern wurde der Speik getrocknet. Man kann sich heute nicht wirklich vorstellen, wie diese Person nach zwei Wochen Speikarrest "geduftet" haben muss. Der krönende Abschluß unserer Wanderungen, war ein erfrischendes Fußbad im kristallklaren Wasser des Bergbaches. Eiskalt und prickelnd kühlt es die müden Wandersfüsse. Die anschließende Massage mit dem Speiköl war eine wahre Wohltat.
Auf " Duftwolken schwebend " gingen wir beinahe leichtfüssig nach Hause - in Gedanken noch hoch oben am Gipfel. Bei jedem Spaziergang, bei kleinen Wanderungen oder ausgedehnten Touren - gilt es, die Natur zu sehen, zu riechen und zu fühlen. Sei' s der Duft des wilden Thymians am Wegesrand, die satten bunten Farben des Herbstes, die erquickende Labung mit kristallklarem Bergwasser, oder die wohltuende Massage mit Speiköl. Allesamt wunderbare Erlebnisse für den Wanderer. Speik dir deinen Berg! Lisa und Markus
PS: Weitere Informationen über das wunderbare Pflänzchen Speik sind im Nationalpark Nockberge oder im Tourismusverband Bad Kleinkirchheim erhältlich. Hier kann man sich natürlich auch über die aus Speik gewonnenen Naturprodukte informieren.
Bild und Text zur Verfügung gestellt von Markus Böheim für das Redaktionsteam der Homepage www.badkleinkirchheim.at











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